Donnerstag, 29.01.2026

Wiesbaden bringt Gedenktafel für den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko an

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In der Hauberrisserstraße 26 in Wiesbaden wurde eine Gedenktafel für den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko angebracht. Die Initiative ging vom Deutsch Polnischen Verein Wiesbaden aus und knüpft an das in Polen 2024 ausgerufene Jahr von Marek Hłasko an. Die Tafel wurde vom Stadtarchiv gestaltet und soll an Hłaskos literarisches Werk und seine Bedeutung für die polnische Literatur erinnern.

Gedenktafel und Anlass

Die Erinnerungstafel an dem Wohnhaus markiert den Ort, an dem Hłasko im Juni 1969 gestorben ist. Träger der Initiative ist der Deutsch Polnische Verein Wiesbaden, die Ausführung lag beim Stadtarchiv. Nach Angaben der Initiatoren soll die Tafel nicht nur an die Person Hłasko erinnern, sondern sein literarisches Vermächtnis in der Stadt sichtbar machen.

Leben und Werk

Marek Jakub Hłasko wurde am 14. Januar 1934 in Warschau geboren. Seine Kindheit war von schwierigen Familienverhältnissen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. 1949 begann er eine Ausbildung in Warschau, die er jedoch abbrach. 1952 arbeitete er als Arbeiterkorrespondent bei der polnischen Tageszeitung „Trybuna Ludu“. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, und 1954 erschien sein Debüt. Vor allem der Erzählband „Der erste Schritt in den Wolken“ machte ihn international bekannt.

Mehrere seiner Werke wurden verfilmt. Bei den Dreharbeiten zu dem Film „Der achte Wochentag“ lernte Hłasko die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann kennen, die er später heiratete. 1958 erhielt er den Preis der Polnischen Verleger. Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem Sozialismus kam es zu Konflikten mit den Behörden. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt wurde ihm die Wiedereinreise nach Polen verwehrt, woraufhin er zeitweise in West Berlin, Israel, der Schweiz und den USA lebte.

Tod und Erinnerung

Im Jahr 1969 war Hłasko für ein geplantes Filmprojekt nach Wiesbaden gereist. Er starb am 14. Juni 1969 in dem Haus Hauberrisserstraße 26. In Wiesbaden gibt es ein symbolisches Grab auf dem Südfriedhof. Seine sterblichen Überreste wurden 1975 nach Warschau überführt und dort beigesetzt. Die neu angebrachte Tafel in der Hauberrisserstraße dient nach Angaben der Veranstalter dazu, diesen biografischen Abschnitt und das literarische Schaffen Hłaskos im städtischen Gedächtnis zu verankern.

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