TaunusNahDran schaut auf die Orte, Menschen und Entwicklungen, die Taunusstein prägen und fragt, wie aus vielen Stadtteilen eine gemeinsame Stadt werden kann, ohne dass dabei ihre Eigenheiten verloren gehen.
Taunusstein ist eine Stadt. Und gleichzeitig besteht Taunusstein aus vielen Orten, die sich bis heute sehr unterschiedlich anfühlen.
Hahn ist nicht Wehen. Bleidenstadt ist nicht Neuhof. Seitzenhahn ist nicht Wingsbach. Und genau das ist gut so.
Denn eine Stadt wird nicht automatisch stärker, wenn überall das Gleiche entsteht.
Unterschiedliche Stadtteile sind eine Stärke
Die einzelnen Stadtteile haben eigene Geschichten, gewachsene Strukturen und unterschiedliche Schwerpunkte.
Manche wirken urbaner, andere dörflicher. Manche sind stärker von Handel und Verkehr geprägt, andere von Wohngebieten, Landwirtschaft oder Natur.
Diese Unterschiede sind kein Problem, das beseitigt werden muss.
Sie sind ein Teil der Identität Taunussteins.
TaunusNahDran findet: Wer über die Zukunft der Stadt spricht, sollte nicht nur fragen, wie Taunusstein als Ganzes funktionieren soll. Ebenso wichtig ist die Frage, was die einzelnen Stadtteile besonders macht.
Entwicklung darf nicht Gleichförmigkeit bedeuten
Natürlich muss sich eine Stadt verändern.
Neue Wohnungen werden gebraucht. Infrastruktur muss angepasst werden. Straßen, Plätze und öffentliche Einrichtungen müssen modernisiert werden.
Doch Entwicklung birgt auch eine Gefahr.
Wenn neue Gebäude, Plätze und Quartiere überall nach denselben Mustern entstehen, können Orte zunehmend austauschbar wirken.
Was vorher einen eigenen Charakter hatte, sieht irgendwann aus wie vieles andere.
Gerade bei größeren Bauprojekten sollte deshalb nicht nur die Frage gestellt werden, wie viel Wohnraum geschaffen werden kann.
Es sollte auch darum gehen, ob das Neue zum jeweiligen Stadtteil passt.
Ortskerne erzählen Geschichte
Besonders sichtbar wird Identität in den älteren Bereichen der Stadtteile.
Historische Gebäude, Kirchen, Plätze, ältere Straßenverläufe und gewachsene Nachbarschaften erzählen etwas darüber, wie ein Ort entstanden ist.
Nicht jedes alte Gebäude kann und muss erhalten bleiben.
Aber wenn zu viel davon verschwindet, verliert ein Stadtteil Stück für Stück seine Geschichte.
Dann bleibt vielleicht ein moderner und funktionaler Ort zurück, aber möglicherweise einer, der weniger unverwechselbar ist.
TaunusNahDran möchte deshalb auch den Blick auf jene Dinge richten, die im Alltag schnell selbstverständlich erscheinen.
Vereine schaffen lokale Identität
Der Charakter eines Stadtteils entsteht allerdings nicht nur durch Gebäude.
Mindestens genauso wichtig sind die Menschen.
Sportvereine, Feuerwehren, Kerbegesellschaften, Kirchengemeinden, Initiativen und andere lokale Gruppen schaffen Gemeinschaft.
Sie sorgen dafür, dass Menschen nicht nur in einem Stadtteil wohnen, sondern sich mit ihm verbunden fühlen.
Gerade in kleineren Stadtteilen können solche Strukturen eine besonders große Rolle spielen.
Wenn sie verschwinden, geht deshalb häufig mehr verloren als nur ein einzelnes Angebot.
Gemeinsamkeit braucht keine Einheitlichkeit
Natürlich braucht Taunusstein auch ein gemeinsames Stadtgefühl.
Die Stadtteile dürfen nicht gegeneinander arbeiten oder ausschließlich auf ihre eigenen Interessen schauen.
Verkehr, Schulen, Verwaltung, Freizeitangebote und viele andere Fragen lassen sich nur gemeinsam sinnvoll organisieren.
Aber Zusammenhalt bedeutet nicht, dass überall dasselbe passieren muss.
Vielleicht funktioniert Taunusstein gerade dann besonders gut, wenn beides möglich bleibt.
Eine gemeinsame Stadt mit gemeinsamen Zielen und gleichzeitig Stadtteile mit eigener Identität.
Fortschritt und Heimatgefühl gehören zusammen
Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht darin, Veränderungen zu verhindern.
Es geht darum, Veränderungen so zu gestalten, dass Menschen ihren Stadtteil darin wiedererkennen können.
Ein neuer Platz kann modern sein und trotzdem zum Ort passen.
Neue Wohnungen können entstehen, ohne dass jeder Neubau gleich aussehen muss.
Neue Angebote können geschaffen werden, ohne ältere Strukturen automatisch zu verdrängen.
Das verlangt manchmal mehr Planung und mehr Diskussion.
Langfristig kann es aber den Unterschied zwischen einem reinen Wohnort und einem lebendigen Stadtteil ausmachen.
Taunusstein darf unterschiedlich bleiben
Vielleicht ist genau diese Vielfalt eine der interessantesten Eigenschaften Taunussteins.
Wer durch die Stadt fährt, erlebt nicht einen einzigen durchgehend gleichartigen Ort.
Man bewegt sich durch unterschiedliche Stadtteile, Landschaften und Strukturen.
Das macht Taunusstein manchmal komplizierter.
Aber es macht die Stadt auch abwechslungsreicher.
Und genau deshalb sollte die Zukunft nicht darin bestehen, diese Unterschiede möglichst klein zu machen.
Sie sollte darin bestehen, sie sinnvoll miteinander zu verbinden.
TaunusNahDran meint: Taunusstein muss als Stadt zusammenwachsen, ohne dass seine Stadtteile dabei ihre eigene Persönlichkeit verlieren.

