Dienstag, 14.04.2026

Ehemaliger Wiesbadener Oberbürgermeister Rudi Schmitt mit 98 Jahren gestorben

Empfohlen

redaktion
redaktionhttps://taunussteiner-tagblatt.de
Ihr täglicher Blick auf das Leben im Taunus.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat einen ihrer führenden Kommunalpolitiker verloren. Rudi Schmitt, Ehrenbürger und ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt, ist am Freitag, dem 10. April, im Alter von 98 Jahren gestorben. Nach Angaben der Familie ist Schmitt in seinem Haus friedlich eingeschlafen.

Leben und politische Laufbahn

Rudi Schmitt wurde am 8. Januar 1928 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium arbeitete er von 1946 bis zu seiner Wahl in den Hessischen Landtag 1954 als Lehrer in Frankfurt. 1947 trat er der SPD bei. Ab 1960 war Schmitt in Wiesbaden als Stadtrat tätig. In dieser Funktion verantwortete er von 1960 bis 1968 die Bereiche Schule und Sport und übernahm ab 1966 zusätzlich das Kulturressort.

Am 1. Februar 1968 wurde er zum Oberbürgermeister von Wiesbaden gewählt. Dieses Amt übte er bis 1980 aus. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus zog Schmitt in den Deutschen Bundestag ein, in dem er bis 1987 für zwei Legislaturperioden über ein Direktmandat saß. Zudem war er 1959 und 1984 Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten. Ehrenamtlich engagierte er sich lange im Deutschen Roten Kreuz. Von 1967 bis 1988 leitete er den DRK Kreisverband Wiesbaden und von 1988 bis 2001 den DRK Landesverband Hessen.

Stadtentwicklung, Infrastruktur und soziales Engagement

Die Stadt würdigte Schmitt als wichtigen Gestalter des Wiesbadens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Während seiner Amtszeit wurden nach Angaben der Stadt zahlreiche Bauprojekte umgesetzt, darunter Schulen, Sporthallen und Bürgerhäuser. Zu seinen politischen Schwerpunkten gehörten Stadtentwicklung, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau des Kur und Kongresswesens, sozialer Wohnungsbau, die Ansiedlung von Gewerbe sowie die Sicherung der Energieversorgung. Auch die Entwicklung städtepartnerschaftlicher Beziehungen zählt zu seinen Verdiensten.

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende nannte Schmitt einen „großen Baumeister des modernen Wiesbadens“ und würdigte ihn als bürgernah, beharrlich und leidenschaftlich. Mende erinnerte daran, dass Schmitt bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen Leben der Stadt Anteil genommen habe. Gemeinsam mit Freunden und Weggefährten sei am 8. Januar sein 98. Geburtstag gefeiert worden, bei dem er geistig präsent und politisch auf der Höhe gewesen sei, so Mende.

Ehrungen, Trauer und Abschied

Die Stadtverordnetenversammlung ernannte Rudi Schmitt am 18. Mai 1995 zum Ehrenbürger von Wiesbaden. Weitere Auszeichnungen waren die Ehrenplakette der Landeshauptstadt Wiesbaden und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Familie bat um Rücksicht und darum, von Medienanfragen abzusehen. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Die Stadt kündigte an, eine offizielle Gedenkveranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Ab Dienstag, dem 14. April, 10 Uhr, wird im Foyer des Rathauses am Schlossplatz 6 für eine Woche ein Kondolenzbuch ausliegen. An diesem Tag sollen die Fahnenmasten am Rathaus mit Trauerflor versehen werden.

Schmitt hinterlässt ein Bild als langjähriger Kommunalpolitiker und Ehrenbürger, der die Entwicklung Wiesbadens in mehreren Jahrzehnten mitgestaltete.

Quelle anzeigen

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles